Inmitten einer Phase schwerer politischer Instabilität hat die iranische Führung erste Schritte zur Lockerung der Informationsblockade unternommen. Wie Sicherheitsbehörden mitteilten, sei der Versand von SMS-Textnachrichten innerhalb des Landes ab sofort wieder gestattet. Diese Maßnahme folgt auf eine zehntägige vollständige Netzsperre, die nach dem Ausbruch landesweiter Massenproteste verhängt worden war. Die Freischaltung des SMS-Dienstes ermöglicht es den Bürgern unter anderem, wieder Online-Banking zu nutzen, da hierfür die Zwei-Faktor-Authentifizierung erforderlich ist. Das globale Internet bleibt jedoch weiterhin weitgehend gesperrt.
Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, äußerte sich am Samstag zu den Unruhen und machte die USA sowie Israel direkt für die Gewalt verantwortlich. Er bezeichnete die Proteste als eine von außen gesteuerte „Sedition“ und warf US-Präsident Donald Trump vor, sich persönlich eingemischt zu haben. Menschenrechtsorganisationen berichten von einer verheerenden Bilanz der vergangenen Wochen: Schätzungen zufolge wurden zwischen 3.000 und 12.000 Menschen durch Sicherheitskräfte getötet. Das Regime hingegen spricht von bewaffneten Infiltratoren und Terrorgruppen, die für die Schäden verantwortlich seien.
Parallel dazu verkündete der US-Sondergesandte Steve Witkoff den Beginn der zweiten Phase eines Friedensplans für den Gazastreifen. Kernstück sei die Einsetzung eines Komitees aus palästinensischen Technokraten unter der Leitung von Ali Shaath. Dieses Gremium soll den Wiederaufbau koordinieren und die zivile Verwaltung übernehmen, während eine vollständige Entmilitarisierung angestrebt wird. Trotz einer bestehenden Waffenruhe berichten Bewohner des Gazastreifens weiterhin von täglichen israelischen Angriffen. Die humanitäre Lage bleibt prekär, da über 80 Prozent der Infrastruktur als zerstört gelten.