In Portugal steht die Entscheidung über das künftige Staatsoberhaupt bevor. Nach den ersten Prognosen und Teilergebnissen der Präsidentschaftswahl vom Sonntag wird es zu einer Stichwahl zwischen dem sozialistischen Kandidaten António José Seguro und dem rechtspopulistischen Herausforderer André Tello kommen. Seguro, der als Favorit ins Rennen gegangen war, erreichte laut Hochrechnungen zwischen 37 und 44 Prozent der Stimmen, verfehlte jedoch die erforderliche absolute Mehrheit für einen Sieg im ersten Wahlgang deutlich.
Sein Kontrahent André Tello von der rechtspopulistischen Partei Chega konnte demnach einen beachtlichen Erfolg erzielen und wird mit Werten zwischen 20 und 25 Prozent in der zweiten Runde gegen Seguro antreten. Erstmals seit dem Ende der Diktatur im Jahr 1974 könnte damit ein Vertreter des rechten Randes in die engere Auswahl für das höchste Staatsamt rücken. Der liberalkonservative Kandidat Marques Mendes sowie der unabhängige Bewerber Henrique Neto landeten nach aktuellen Zahlen auf den hinteren Plätzen.
Die Wahlbeteiligung lag Schätzungen zufolge leicht über dem Niveau der vergangenen Jahre, was Beobachter auf die Polarisierung des Wahlkampfes zurückführen. Das Amt des Staatspräsidenten in Portugal ist zwar primär mit repräsentativen Aufgaben verbunden, verfügt jedoch über bedeutende Befugnisse wie das Recht zur Parlamentsauflösung und die Ernennung des Premierministers. Die entscheidende Stichwahl ist für den 1. Februar angesetzt.