Die syrische Armee hat am Samstag die vollständige militärische Kontrolle über die Stadt Deir Hafer, etwa 50 Kilometer östlich von Aleppo, gemeldet. Dies geschah, nachdem die kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) einem Rückzug aus dem Gebiet westlich des Euphrats zugestimmt hatten. Berichten zufolge rückten Regierungstruppen mit Panzern in die Stadt und zum nahegelegenen Militärflugplatz al-Jarrah vor. Zuvor war es in der Region zu schweren Gefechten und einer massiven Fluchtbewegung der Zivilbevölkerung gekommen; Schätzungen zufolge verließen über 11.000 Menschen die Gegend.
Parallel zur militärischen Ausweitung signalisierte die Übergangsregierung in Damaskus politische Zugeständnisse an die kurdische Minderheit. Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa erließ ein Dekret, das Kurdisch neben Arabisch als Nationalsprache anerkennt und Kurden die syrische Staatsbürgerschaft verleiht. Zudem wurde das Newroz-Fest zum offiziellen Feiertag erklärt.
Auf internationaler Ebene rückt Syrien ebenfalls in den Fokus. Bundeskanzler Friedrich Merz wird den syrischen Übergangspräsidenten voraussichtlich am kommenden Dienstag in Berlin empfangen. Im Zentrum der Gespräche sollen der Wiederaufbau des Landes sowie die mögliche Rückkehr syrischer Geflüchteter stehen. Innerhalb der deutschen Koalition stößt dieser Besuch jedoch auf Kritik, insbesondere seitens der SPD, die die Sicherheitslage in Syrien weiterhin als prekär einstuft.