Ein massives Datenleak hat detaillierte Informationen über die Überwachungspraktiken des iranischen Regimes offengelegt. Den Berichten zufolge setzt die Führung in Teheran verstärkt auf hochmoderne Technologien, um Oppositionelle zu identifizieren und gesellschaftliche Kontrolle auszuüben. Ein Insider, der als Whistleblower fungiert, habe Dokumente bereitgestellt, die den Einsatz von Gesichtserkennungssoftware im öffentlichen Raum belegen.
Die Analysen der geleakten Daten deuten darauf hin, dass das System insbesondere zur Überwachung der sogenannten Hidschab-Gesetze genutzt werde. Kameras an öffentlichen Plätzen und im Straßenverkehr könnten demnach biometrische Merkmale erfassen, um Frauen zu identifizieren, die gegen die staatliche Kopftuchpflicht verstießen. Betroffene erhielten laut den Berichten teils kurz nach den vermeintlichen Verstößen automatisierte Benachrichtigungen per SMS.
Zudem werde die Technologie eingesetzt, um Teilnehmer an regierungskritischen Demonstrationen zu erfassen. Die Software sei in der Lage, Personen auch in großen Menschenmengen zu lokalisieren und mit staatlichen Datenbanken abzugleichen. Dies diene der gezielten Verfolgung von Aktivisten und der Einschüchterung der Zivilgesellschaft. Experten weisen darauf hin, dass das Regime hierbei mutmaßlich auf Hard- und Software internationaler Anbieter zurückgreife, wobei insbesondere Verbindungen zu chinesischen Unternehmen wie Tiandy im Fokus der Untersuchungen stehen. Auch der Einsatz von Kameras europäischer Hersteller wurde in der Vergangenheit thematisiert, wobei die Unternehmen eine direkte Unterstützung der biometrischen Überwachung meist bestreiten.