Der deutsche Schriftsteller Peter Schneider ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Wie sein Verlag unter Berufung auf Familienkreise mitteilte, erlag der Autor den Folgen einer Krebserkrankung. Schneider galt als einer der profiliertesten Chronisten der deutschen Zeitgeschichte und war eine zentrale Figur der 68er-Bewegung.
Sein literarischer Durchbruch gelang ihm im Jahr 1973 mit der Erzählung Lenz, die zum Kultbuch einer ganzen Generation wurde. Ein weiteres zentrales Werk seines Schaffens stellt die 1982 erschienene Erzählung Der Mauerspringer dar, in der er sich intensiv mit der Teilung Berlins und der deutschen Mentalität auseinandersetzte. Schneider lebte über Jahrzehnte in Berlin und begleitete die Entwicklungen der Stadt vor und nach dem Mauerfall kritisch und beobachtend.
Neben seiner Arbeit als Romancier trat Peter Schneider als Essayist und politischer Denker in Erscheinung. Er beteiligte sich aktiv an gesellschaftlichen Debatten und war als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten in den USA tätig. Sein Werk umfasst zudem Drehbücher und Reportagen. Mit seinem Tod verliert die deutsche Literaturlandschaft eine Stimme, die die Komplexität der deutschen Identität und Geschichte präzise zu fassen vermochte.