In Belgrad hat die Beerdigung von Ratko Mladić begonnen. Tausende Menschen kamen zur St.-Lukas-Kirche. Sie wollen dem früheren Armee-Chef die letzte Ehre erweisen. Mladić starb im August in einem Gefängnis in Den Haag. Er wurde 83 oder 84 Jahre alt.
Mladić war für schwere Verbrechen im Bosnien-Krieg verantwortlich. Ein Gericht verurteilte ihn wegen Völkermords zu lebenslanger Haft. Besonders bekannt ist das Massaker von Srebrenica. Dort ermordeten seine Truppen etwa 8000 muslimische Männer und Jungen. Es war das schlimmste Verbrechen in Europa seit dem Zweiten Welt-Krieg.
In Serbien wird Mladić von vielen Menschen als Held verehrt. Er erhielt ein Begräbnis mit militärischen Ehren. Soldaten trugen seinen Sarg. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić nahm nicht teil. Er empfing einen Gast aus Usbekistan. Auch beim Fußball gab es Ehrungen. Fans von Roter Stern Belgrad zeigten ein großes Bild von Mladić.
Die Europäische Union kritisiert die Feiern in Belgrad. Ein Sprecher sagte: Die Verherrlichung von Kriegs-Verbrechern hat keinen Platz in Europa. Solche Taten widersprechen den Werten der EU. Eine EU-Kommissarin sagte sogar ihren Besuch in Serbien ab. Menschen-Rechtler sagen: Die Regierung nutzt Mladić für Politik aus.