Die Bundeswehr hat ein Erkundungsteam nach Grönland entsandt, um die Sicherheit der arktischen Insel zu unterstützen. Hintergrund sind die wiederholten Forderungen von US-Präsident Donald Trump, das zum dänischen Königreich gehörende Gebiet unter US-Kontrolle zu bringen. Trump begründet dies mit nationalen Sicherheitsinteressen sowie der zunehmenden Präsenz Russlands und Chinas in der Region. Die Bundesregierung und weitere europäische NATO-Partner weisen diese Ansprüche zurück und betonen die territoriale Integrität Dänemarks.
Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die Entsendung von etwa 15 Soldaten als Signal der Verlässlichkeit innerhalb der Allianz. Er betonte jedoch, dass er nicht mit einer militärischen Eskalation oder einer tatsächlichen Annexion durch die USA rechne. Pistorius mahnte zur Gelassenheit und bezeichnete die US-Ambitionen als in der Geschichte der NATO beispiellos. Auch der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet warnte vor einem Zerbrechen des Bündnisses, sollte es zu einem militärischen Vorgehen der USA gegen ein kleineres Partnerland kommen. Er bezeichnete Trumps Vorgehen als Strategie eines „Immobilienmaklers“, die primär auf territoriale Vergrößerung abzuzielen scheine.
Die US-Regierung zeigte sich von der europäischen Mission unbeeindruckt. Laut dem Weißen Haus ändere die Ankunft europäischer Soldaten nichts an dem Ziel, Grönland zu erwerben. Ein Krisentreffen in Washington zwischen Vertretern Dänemarks, Grönlands und der USA endete ohne Einigung; es wurde lediglich die Einrichtung einer Arbeitsgruppe vereinbart, um die Sicherheitsbedenken der USA zu erörtern.