Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Dienstag in Washington eingetroffen, um mit US-Präsident Donald Trump über die Eskalation im Nahen Osten zu beraten. Es ist das erste Treffen eines europäischen Regierungsvertreters mit dem US-Präsidenten, seit die USA und Israel am vergangenen Wochenende eine großangelegte Militäroffensive gegen den Iran gestartet haben. Berichten zufolge wurden dabei bedeutende Teile der iranischen Militärinfrastruktur sowie führende Persönlichkeiten des Regimes, darunter der oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei, ausgeschaltet.
Präsident Trump erklärte am Dienstag über seine Online-Plattform, dass direkte Verhandlungen mit der Führung in Teheran zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr infrage kämen. Er teilte mit, die iranische Luftabwehr, Marine und Führung seien weitgehend neutralisiert worden. Zuvor hatte er noch eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert, die jedoch von iranischer Seite abgelehnt worden war. Nun bekräftigte Trump, dass es für Diplomatie „zu spät“ sei.
Bundeskanzler Merz betonte vor den Gesprächen im Oval Office, dass Deutschland das Ziel einer Beendigung des iranischen Atomprogramms teile. Er rief dazu auf, gemeinsam mit internationalen Partnern eine Strategie für die Stabilisierung der Region nach dem Ende des aktuellen Regimes zu entwickeln. Gleichzeitig warnte er vor den Risiken einer weiteren Eskalation, da die iranischen Revolutionsgarden mit Vergeltungsschlägen gegen US-Einrichtungen und Verbündete, auch in Europa, gedroht haben.
Flankiert wird die politische Krise von innenpolitischen Spannungen in den USA. Die Künstlerin Kesha protestierte öffentlich gegen die Nutzung ihres Songs „Blow“ in einem vom Weißen Haus veröffentlichten Video mit Kriegsbildern. Zudem forderte die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton im Zusammenhang mit anderen politischen Dossiers mehr Transparenz von der Trump-Administration.