In Spanien gibt es großen Ärger über hohe Mieten. Am Samstag gingen Zehntausende Menschen auf die Straße. Sie protestierten in mehr als 50 Städten. In der Haupt-Stadt Madrid waren es besonders viele Menschen. Die Behörden sagen: Es waren 70.000 Menschen. Die Veranstalter sagen: Es war eine halbe Million Menschen. Viele fordern einen General-Streik. Das bedeutet: Alle Menschen sollen gemeinsam die Arbeit stoppen.
Die Menschen fordern günstigen Wohn-Raum. Sie wollen einen besseren Schutz für Mieter. Viele Menschen können ihre Miete nicht mehr bezahlen. In den letzten 10 Jahren sind die Mieten fast doppelt so hoch geworden. In Madrid campieren seit einer Woche Menschen in Zelten. Sie wollen die Politiker unter Druck setzen. Ein Auslöser war die Räumung einer 87 Jahre alten Frau aus ihrer Wohnung.
Die Regierung von Minister-Präsident Pedro Sánchez wollte neue Gesetze machen. Diese Gesetze sollten Mieter besser schützen. Aber das Parlament hat die Gesetze am Freitag abgelehnt. Konservative und rechtspopulistische Parteien stimmten dagegen. Die Regierung hat im Parlament keine eigene Mehrheit mehr. Deshalb kann sie schwere Probleme oft nicht lösen. Nun überlegt Pedro Sánchez, ob es neue Wahlen geben soll.
In den meisten Städten blieb es friedlich. In der Stadt Valencia gab es aber Gewalt. Dort kam es zu Kämpfen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Polizei nutzte Gummi-Geschosse und Tränen-Gas. Einige Menschen drangen in ein bekanntes Kultur-Gebäude ein. Die Polizei vertrieb die Menschen wieder aus dem Gebäude. In Barcelona wurde der Protest wegen eines Unwetters verschoben.