Michael Höllerer führt die Raiffeisen Bank International (RBI). Er sprach am Montag im Klub der Wirtschafts-Publizisten. Höllerer will die Bank aus Russland zurückziehen. Das Geschäft dort ist auf Dauer zu schwierig. Er würde am liebsten sofort gehen. Aber für einen Ausstieg braucht er viele Genehmigungen. Auch die Regierung in Russland muss zustimmen.
Die Bank hat ihr Geschäft in Russland schon stark verkleinert. Es gibt dort 80 Prozent weniger Kredite als früher. Auch die Einlagen der Kunden sind um 60 Prozent gesunken. Höllerer sieht zurzeit keine Gefahr für die Bank. Er glaubt nicht, dass der Staat die Bank einfach wegnimmt. Andere Firmen wie Nestle oder Metro hatten dieses Problem zuletzt.
Ein wichtiger Streitpunkt ist die Firma Rasperia. Ein Gericht in Wien hat der RBI Recht gegeben. Die Bank soll 3,15 Milliarden Euro Schaden-Ersatz bekommen. Dafür will die RBI Aktien von dem Bau-Konzern Strabag nutzen. Diese Aktien gehören Rasperia, sind aber zurzeit gesperrt. Die RBI will die Aktien später verkaufen. Sie möchte kein dauerhafter Teil von Strabag sein.
Gleichzeitig blickt die RBI in die Zukunft der Ukraine. Dort ist sie die größte internationale Bank. Die Bank hat in der Ukraine 5000 Mitarbeiter. Höllerer möchte beim Wieder-Aufbau des Landes helfen. Das Geschäft in der Ukraine soll weiter wachsen. Die Arbeit in Russland soll diesen Plänen nicht im Weg stehen.