Der Axel-Springer-Verlag hat sich mit dem Verkäufer, der Investmentgesellschaft RedBird IMI, über den Kauf der britischen Telegraph Media Group (TMG) geeinigt. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit.
Der Preis für die Übernahme beträgt 575 Millionen britische Pfund. Das sind ungefähr 662 Millionen Euro. Mit diesem Kauf gehören nun der Daily Telegraph, eine 171 Jahre alte Zeitung, und dessen Sonntagsausgabe, der Sunday Telegraph, dem Konzern aus Berlin.
Mathias Döpfner, der Chef von Axel Springer, sagte, dies sei die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches. Schon vor etwa 20 Jahren hatte der Verlag versucht, diese Zeitungen zu kaufen, aber es hatte nicht geklappt.
Döpfner betonte, man wolle den Telegraph zur wichtigsten bürgerlich-konservativen Medienmarke in der englischsprachigen Welt machen. Dabei soll besonders der Markt in den USA eine Rolle spielen. Die Zeitung wird traditionell als sehr nah am britischen Establishment">Establishment und an der Konservativen Partei angesehen.
Der Verkauf beendet einen langen Kampf zwischen verschiedenen Interessenten und dauerte auch wegen regulatorischer Prüfungen an. Auch andere Bieter hatten Interesse gezeigt. Dazu gehörte Lord Rothermere, der Besitzer der Daily Mail, sowie eine Gruppe um den Unternehmer Dovid Efune.
Die Regierung von Großbritannien hatte sich früher eingeschaltet, um zu verhindern, dass ausländische Staaten zu viel Einfluss auf die heimische Presse bekommen. Dies hatte auch ein früheres Angebot mit Beteiligung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verhindert.