Der Österreichische Presserat hat die Tageszeitung „ Kurier “ gerügt. Der Grund war ein Interview mit dem US-Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood vom Mai vorletztes Jahr. Das Selbstkontrollorgan sagte am Freitag, dass die Zeitung mit der Veröffentlichung gegen die Regel verstoßen habe, genau und sorgfältig zu berichten.
Dieses angebliche Exklusivgespräch erschien zum 95. Geburtstag des Filmstars. Es wurde so dargestellt, als wäre es ein aktuelles Frage-Antwort-Interview. Kurz danach meldete sich Clint Eastwood über das US-Magazin „ Deadline “ zu Wort. Er sagte, er habe in den letzten Wochen keine Interviews gegeben. Das Gespräch im „ Kurier “ nannte er frei erfunden.
Die verantwortliche freie Journalistin Elisabeth Sereda erklärte, sie habe das Interview aus Zitaten von früheren Treffen und sogenannten Round Tables zusammengesetzt. Sie verteidigte dies als übliches „ Best-of “. Der Presserat sah das anders. Weil nicht gesagt wurde, dass es eine Zusammensetzung ist, wurde die Leserschaft getäuscht. Der Senat 3 des Presserats wertete das Vorgehen als schweren journalistischen Fehler.
Die Chefs des „ Kurier “ hatten schon im Juni reagiert und die Zusammenarbeit mit der Autorin beendet. Sie bedauerten, dass nicht klar gesagt wurde, dass es kein aktuelles Interview war. Das entspreche nicht den Qualitätsstandards des Hauses. Nachrichtenagenturen aus dem Ausland hatten zuvor schon Zitate aus dem Artikel übernommen und weitergegeben.