Die deutsche Regierung plant, den bekannten Ökonomen Gabriel Felbermayr in die Gruppe der sogenannten 'Wirtschaftsweisen' aufzunehmen. Informationen aus Regierungskreisen besagen, dass sich das Bundeskabinett am Mittwoch für den aktuellen Direktor des 'Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts' (Wifo) als Nachfolger für Martin Werding entschieden hat. Martin Werdings Amtszeit läuft Ende April aus.
Gabriel Felbermayr, der sowohl die österreichische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, gilt als Spezialist für internationalen Handel und die Außenwirtschaft. Bevor er zum 'Wifo' nach Wien ging, leitete er das 'Institut für Weltwirtschaft' (IfW) in Kiel. Seine Ernennung wurde von den Arbeitgeberverbänden vorgeschlagen. Dies geschieht, weil der 'Sachverständigenrat' traditionell nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel besetzt wird, bei dem Arbeitgeber und Gewerkschaften jeweils das Vorschlagsrecht für einen Sitz haben.
Nach der Entscheidung des Kabinetts gilt die offizielle Ernennung durch den Bundespräsidenten als reine Formalität. Mit Felbermayr rückt erneut ein Ökonom mit starken Bezügen zu Österreich in das wichtigste wirtschaftspolitische Beratungsgremium Deutschlands. Der 'Sachverständigenrat' besteht aus fünf Mitgliedern. Seine Aufgabe ist es, die gesamte Wirtschaftslage zu untersuchen und auf Probleme hinzuweisen, ohne aber direkte Handlungsvorschläge für die Politik zu machen.