Nach dem Ausbruch militärischer Feindseligkeiten im Nahen Osten sind am Donnerstag erste Evakuierungsflüge mit europäischen Staatsbürgern in ihren Heimatländern eingetroffen. Eine Maschine der Lufthansa landete am Morgen in Frankfurt am Main, nachdem sie Passagiere aus der omanischen Hauptstadt Maskat aufgenommen hatte. Berichten zufolge wurden für die Tickets Kosten in Höhe von etwa 500 Euro pro Person erhoben. Bundesaußenminister Johann Wadephul betonte, dass bei der Auswahl der Passagiere besonders schutzbedürftige Gruppen wie Schwangere und Kinder bevorzugt worden seien.
Auch Österreich hat seine Rückholaktion intensiviert. Nachdem am Mittwochabend ein erster staatlich organisierter Flug in Wien gelandet war, wurden für Donnerstag weitere Verbindungen aus Riad und Maskat angekündigt. Da direkte Flüge aus den Krisengebieten teilweise nicht möglich sind, wurden Reisende aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar zunächst auf dem Landweg in sicherere Nachbarstaaten transportiert. Die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger koordiniert die Maßnahmen des Krisenstabs.
Auf europäischer Ebene verstärkt sich zudem der militärische Schutz für Zypern. Spanien schloss sich einer Initiative zum Schutz der Insel an, nachdem dort eine Militärbasis Ziel eines Drohnenangriffs geworden war. Deutschland sah von einer Entsendung eigener Marineeinheiten ab, unterstützt jedoch die diplomatischen Bemühungen um Deeskalation. Unterdessen warnte Teheran die Europäische Union vor einer weiteren Einmischung und drohte mit Vergeltungsmaßnahmen.
In Großbritannien sorgt die Haltung der Regierung für innenpolitische Debatten. Berichten zufolge hätten Kabinettsmitglieder Premierminister Keir Starmer daran gehindert, den USA die uneingeschränkte Nutzung britischer Stützpunkte für Angriffe gegen den Iran zu gestatten. Diese Entscheidung stieß auf deutliche Kritik seitens des US-Präsidenten, was die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Verbündeten belastet. Die britische Regierung verwies zur Begründung auf völkerrechtliche Bedenken und das Ziel, eine weitere regionale Ausweitung des Konflikts zu vermeiden.