Die militärische Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundene Blockade wichtiger Handelsrouten wie der Straße von Hormus haben die Rohölpreise in die Höhe getrieben. Dies mache sich unmittelbar an den Zapfsäulen in Deutschland und Österreich bemerkbar. Der Preis für einen Liter Diesel kletterte im bundesweiten Durchschnitt teilweise auf über zwei Euro, während Super E10 höhere Werte erreichte als zuletzt im Mai 2024.
Verbraucherschützer und die Arbeiterkammer (AK) äußerten deutliche Kritik an dieser Entwicklung. Die AK bezeichnete die jüngsten Preissteigerungen als unverhältnismäißig. Es bestünde der Verdacht, dass die Mineralölkonzerne die aktuelle politische Lage ausnutzen würden, um die Preise schneller anzuheben, als es die tatsächliche Entwicklung am Rohölmarkt rechtfertige. Experten wiesen darauf hin, dass das derzeit verkaufte Benzin bereits vor Wochen zu niedrigeren Kursen eingekauft worden sei.
Die Unsicherheit an den Märkten belastete zudem die Aktienbörsen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verzeichnete im Zuge der Krisenberichterstattung deutliche Verluste und rutschte zeitweise unter wichtige Marken ab. Analysten befürchten, dass bei einer anhaltenden Blockade der Seewege die Inflation erneut angeheizt werden könnte, was die wirtschaftliche Erholung dämpfen dürfte. Autofahrern wird empfohlen, Preisvergleiche zu nutzen und möglichst in den Abendstunden zu tanken, um die morgendlichen Preisspitzen zu umgehen.