Die Veröffentlichung von Dokumenten im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein sorgt in den USA für politische Spannungen. Mehrere Medienberichte deuten darauf hin, dass das US-Justizministerium gezielt Unterlagen zurückgehalten habe, in denen Vorwürfe gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump erhoben werden. Konkret gehe es um etwa 50 Seiten mit FBI-Vermerken zu Befragungen einer Frau aus dem Jahr 2019.
Die betroffene Frau gab an, in den 1980er-Jahren als Minderjährige sowohl von Epstein als auch von Trump sexuell missbraucht worden zu sein. Von den insgesamt vier geführten Interviews mit dem FBI wurde jedoch nur eines veröffentlicht, welches sich ausschließlich auf Epstein bezieht. Die übrigen drei Protokolle, in denen Trump thematisiert worden sein soll, fehlen in den öffentlichen Akten. Vertreter der Demokraten im Kongress bestätigten nach Einsicht in ungeschwärzte Unterlagen, dass das Ministerium offenbar Befragungen zu schweren Anschuldigungen gegen den Präsidenten nicht freigegeben habe.
Das Justizministerium unter Leitung von Pam Bondi wies die Kritik zurück und erklärte, dass Dokumente nur dann nicht veröffentlicht würden, wenn sie vertraulich seien, Duplikate darstellten oder laufende Ermittlungen gefährden könnten. Kurzzeitig wurden zudem Zehntausende bereits veröffentlichte Dateien zur erneuten Überprüfung offline genommen. Kritiker werfen der Regierung vor, einflussreiche Personen schützen zu wollen und die durch den Kongress angeordnete Transparenz zu unterwandern. Donald Trump selbst hat jegliches Fehlverhalten stets bestritten und bezeichnete die Vorwürfe als politisch motiviert.