Nachdem der Iran als Reaktion auf militärische Angriffe die strategisch wichtige Straße von Hormus blockiert hat, wächst der Druck auf die internationale Schifffahrt. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports und erhebliche Mengen an Flüssigerdgas passieren normalerweise diese Meerenge. Aktuellen Meldungen zufolge ist der Verkehr der Tanker dort um ungefähr 90 Prozent zurückgegangen. Schätzungen zufolge sind momentan 150 bis 300 Schiffe im Persischen Golf festgefahren oder meiden die Gegend. Darunter befinden sich mehr als 30 Schiffe von deutschen Reedereien.
Der US-Präsident Donald Trump kündigte über seine Plattform 'Truth Social' an, dass die US-Marine bei Bedarf Tanker durch die Meerenge begleiten wird. Er betonte, die USA würden den freien Energiefluss für die Weltmärkte um jeden Preis sichern. Außerdem wies er die Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC an, Risikoversicherungen für den Seehandel in dieser Region bereitzustellen. Sowohl der Verband Deutscher Reeder (VDR) als auch der internationale Verband Bimco begrüßten diesen Vorstoß als einen notwendigen Schritt, um die Sicherheit der Besatzungen und der Schiffe zu gewährleisten.
In der Branche herrscht allerdings Skepsis, wie dies praktisch umsetzbar ist. Silke Lehmköster, Flottenchefin von Hapag-Lloyd, merkte an, dass ein umfassender Schutz wegen der großen Anzahl an Schiffen logistisch kaum zu bewältigen sei. Obwohl die Ankündigung aus Washington die Ölpreise kurzzeitig stabilisierte, warnen Experten vor anhaltenden Preisschocks bei Gas und Strom in Europa, falls die Blockade länger andauere. Erste Effekte zeigen sich bereits in einem deutlichen Anstieg der Großhandelspreise für Erdgas an der Terminbörse TTF.